30 Tage Veggie - Ersatzprodukt im Härtetest: Vegetarische Bolognese

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Ersatzprodukte habe ich früher nie so richtig verstanden...aber für den Veggie-Monat kann man ja mal was Neues ausprobieren...


Spaghetti Bolognese - Sie ist immer wieder auf den Hitlisten der beliebtesten Gerichte in Deutschland zu finden, dementsprechend viele Varianten gibt es und jeder schwört natürlich auf sein persönliches Familienrezept.

 

Auch bei uns zu Hause gibt es so ein Ultimativrezept, ursprünglich übernommen von einer Freundin und immer weiter mit eigenen Ideen verfeinert. Die Ansprüche an Geschmack, Konsistenz und Frische des Klassikers sind entsprechend hoch...oder genauer gesagt einfach sehr spezifisch...

 

Das sind natürlich genau die "richtigen" Bedingungen für einen Test: Je genauer die Vorstellungen, desto schwieriger wird es mit Alternativen, insbesondere wenn es auch noch darum geht, eine Hauptzutat zu ersetzen. :) Wie schmeckt wohl Bolognese mit Soja oder Mykoproteinen statt Hackfleisch?

 

Also ab zum Supermarkt und einkaufen. Vor dem Regal mit den vegetarischen Ersatzprodukten geht mir wieder durch den Kopf, dass ich irgendwie nicht so richtig verstehe, warum man unbedingt Fleisch in Aussehen und Geschmack imitieren muss, wenn man denn fleischfrei essen will. Es gibt doch so viele leckere, vegetarische Gerichte, die ohne Dinge auskommen, die so aussehen wie Würstchen, Schnitzel und Gehacktes. Auf der anderen Seite: Vielleicht ist es ja einfach eine schöne, geschmackliche Ergänzung - und die Form ein Zugeständnis an gewohnte Gerichte? Nach dem Motto, du kriegst deine Bratwurst und ich den Weizenbratling.

 

Die Packung Veggie-Hack ist bei mir im Supermarkt jedenfalls etwas teurer als das teuerste Rinderhack in Bio-Qualität und rein optisch ist es tatsächlich auch "echtem" angebratenem Hack extrem ähnlich. 

 

Was ist drin?

  • Mykoprotein - laut Homepage des Herstellers durch ein Fermentierungsverfahren aus Pilzkulturen gewonnen
  • Eiweiß - ebenfalls laut Hersteller von glücklichen Hühnern
  • verschiedene Festigungsmittel
  • Zucker
  • Kartoffelprotein

Okay, klingt jetzt für den Laien nicht unbedingt besonders natürlich, aber es soll auf jeden Fall gesünder sein als Hackfleisch: vergleichsweise kalorienarm, wenig gesättigte Fettsäuren, eiweißreich und viele Ballaststoffe. Dazu noch emissionsarm. Genug Argumente, um zumindest mal einen beherzten Versuch zu wagen.

 

Wie war's?

 

In der Zubereitung wirklich easy. Schon wenn's aus der Packung kommt, riecht es würzig mit einer deutlichen Soja-Note. Zwiebeln, Knoblauch und getrocknete Tomaten angeschwitzt, Veggie-Hack in die Pfanne und nach kurzem Anbraten frische Tomaten dazu...nach einer Weile verbindet sich das Aroma gut mit den fruchtigen Tomaten. Wir hatten schon von Freunden gehört, dass das Würzen wichtig ist, also kommen noch ordentlich frische Kräuter, Chili und Pfeffer rein. Währenddessen kocht die Pasta (in diesem Fall Penne) im Topf nebenan vor sich hin. Dann alles vermengen, nochmal nachwürzen, frisch gehobelten Parmesan drunter, anrichten, essen.

 

Im Rückblick die größte Überraschung für mich - Es ist gar nicht so einfach, das eigene Gehirn zu überlisten. Die unerwartete Herausforderung: Die durch das Bolognese-ähnliche Aussehen des Gerichts geweckten Erwartungen mit der Realität in Übereinstimmung zu bringen. Und das, obwohl ich vorher wusste, was mir da auf den Teller kommt. Das Veggie-Hack sah ja schon in der Packung aus wie angebratenes Hackfleisch und beim Kochen glich das Essen auch immer mehr 'normaler' Bolognese. Obwohl ich mir also schon vorher gesagt habe, dass es kein Fleisch ist, sagte mir mein Gehirn: "So, jetzt gibt's Bolognese, ich seh's doch und ich weiß wie das schmeckt." Nur, dass es natürlich nicht so schmecken konnte. Bei den ersten paar Bissen ging es daher zunächst nur darum, die streitenden Erwartungen im Kopf zusammenzuführen. Erst danach konnte ich mich der eigentlich viel wichtigeren Frage widmen, wie es mir denn schmeckt. Und im Fazit muss ich sagen, es war wirklich lecker. Eine leichte Soja-Note bleibt, aber im Grunde ein rundes, leckeres Pastagericht, bei dem mir das Fleisch am Ende nicht gefehlt hat.

 

Mach ich's nochmal?

 

Bestimmt. Als Variante bringt es ein bisschen mehr Vielfalt in unsere Pasta-Rezepte. Und es gibt ja noch einige andere Ersatzprodukte, die man mal ausprobieren könnte.

 

 

Welche Erfahrungen habt ihr mit Ersatzprodukten? Besondere Tipps? 

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