Random Reflections - Von Eheringen und Phantomgefühlen

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 Kennt ihr dieses Gefühl, wenn der Ring, den man immer trägt, nicht da ist, man das aber noch nicht weiß?


Kann sich das eigene Körpergefühl auch auf Gegenstände ausweiten?

 

Ich trage meinen Ehering eigentlich ständig, nur beim Duschen leg ich ihn ab. Ja, ganz schön kitschig, aber für mich nun einmal das anfassbare Symbol für die Liebe in meinem Leben, die gemeinsamen Erfahrungen und die Wünsche, die wir miteinander teilen. Ihn bei mir zu tragen, gibt mir ein gutes Gefühl.

 

Neulich hatte ich den Ring aber anscheinend im Bad liegen lassen und bin ohne ihn aus dem Haus. Rational kein großes Drama - er war ja nicht verlorengegangen, sondern lag sicher auf dem Regal zu Hause. Zugegeben, emotional war ich nicht ganz so entspannt, als ich es schließlich merkte: Frust, Unruhe und das dringende Bedürfnis, dieses Gefühl von "Unvollständigsein" schnellstmöglichst zu beheben. Zum Glück wusste ich, dass der Ring nicht verlorengegangen war, sonst wäre ich wahrscheinlich gleich nach Hause gerannt. Aber all diese Gefühle waren nicht das, was mich am meisten aus den Socken gehauen hat. Die konnte ich einordnen, annehmen, weitermachen. Was mich im Nachhinein viel mehr beschäftigt, ist die absolute Verwirrung des ersten Moments und die Unfähigkeit, meine feste Überzeugung mit der augenscheinlichen Wirklichkeit in Übereinstimmung zu bringen.

Denn: Ich konnte sehen, dass an meinem Finger kein Ring steckte. Ich konnte denken, dass ich ihn abgelegt und liegengelassen hatte. Aber gefühlt habe ich ihn ganz deutlich, und zwar am Ringfinger, wie immer. Ein Phantomgefühl?

 

Was Wikipedia dazu sagt: "Phantomgefühle oder Phantomempfindungen sind Gefühle, die man in Extremitäten hat, welche durch das Nervensystem nicht mehr zugänglich sind".

 

Ist der Ring schon so sehr Teil von mir, dass mein Kopf denkt, er gehört dazu? Ganz schön pathetisch?

Ich habe die letzten Tage noch ein paar Mal versucht, das nachzuempfinden - Ring ab, Ring drauf. Immer wieder. Was so gar keinen Sinn ergibt, schließlich kann ich nicht den Moment der Unwissenheit simulieren. Und doch: Selbst wenn ich den Ring bewusst abnehme, fühlt es sich so an, als sei er noch da. Das Gefühl ist schwächer, etwas unwirklich, aber spürbar. Und im nächsten Moment, weil mein Kopf dann mitmischt, ist da wieder dieses Unvollständigkeitsgefühl.

 

Vielleicht bin ich auch nur ein bisschen verrückt. :)

 

Dann doch lieber daran denken, wofür die Ringe stehen und was für ein großes Glück das ist. 

 

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Linktipp

Die Bilder sind von den großartigen und supernetten Fotografen Anne & Björn, die uns an unserem großen Tag begleitet haben. Hier geht's zu ihrem Blog, zum Träumen und Bewundern.

 

 

 

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