Nature in the city - Herbst in Hamburg oder #autumnisokay

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Wir Deutschen reden gern über das Wetter, und tendenziell noch lieber darüber, wie schlecht es im Moment, seit Wochen oder auch gern schon das ganze Jahr ist. Wenn ich mich so umhöre, habe ich in letzter Zeit immer mehr den Eindruck, dass 'schlechtes' Wetter allgegenwärtig und 'gutes' Wetter gleich wieder vergessen wird. 

Dieser Beitrag handelt von selektiver Wahrnehmung, gesellschaftlichen Konventionen und vor allem von den wohlig-warmen Farben der letzten Wochen...


In meinem Umfeld kann sich kaum noch jemand an den sagenhaft schönen Spätsommer im September erinnern, und auch jetzt ist der Herbst angeblich immer nur kalt, nass und grau. Nun kann man natürlich auch solche 'typischen Novembertage' gut finden - zum Beispiel um sich mit einem guten Buch und einer Tasse Tee aufs Sofa zu lümmeln. Aber wenn wir das jetzt mal der Einfachheit halber als 'schlechtes Wetter' definieren und uns die letzten Wochen anschauen, dann hatten wir nicht nur graue sondern auch jede Menge goldene Herbsttage. 

 

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mehrzahl der Menschen, mit denen ich tagtäglich zu tun habe, all die schönen Tage, die uns immer wieder beschert werden, nicht richtig mitkriegen. Schließlich tummelt sich dann auch immer jeder draußen an den Hotspots der Stadt und genießt die Sonne. Und während das alles passiert, wird auch fleißig neutral-bis-positiv-und-teilweise-sogar-überschwänglich über das Wetter gesprochen. Nur im Rückblick scheint es, als schrumpften diese Erlebnisse auf einige, wenige Highlight-Tage zusammen und dann hört man wieder so Sätze wie "...dieses Jahr hatten wir ja wirklich kein Glück mit dem Wetter..." ...

 

Also kein Fall von selektiver Wahrnehmung, sondern eher selektive Erinnerung? 

 

Hm...mit meiner einfachen Küchenpsychologie würde ich jetzt eher vermuten, dass wir uns leichter an die schönen Tage erinnern (nach dem Motto 'Negatives verdrängen'). Beziehungsweise, dass wir an den schönen Tagen die größeren, freudigen Gefühle haben und uns deshalb zumindest theoretisch besser daran erinnern müssten. Allerdings würde das - da ja so viele immer nur vom schlechten Wetter reden - im Umkehrschluss bedeuten, dass graues, kaltes Regenwetter möglicherweise doch die intensiveren Gefühle in uns auslöst. Sind wir eine Kultur der Niedergeschlagenheit? Ich hoffe nicht. 

 

Vielleicht reden wir auch nur so, "weil man das eben so macht"? 

 

Vielleicht ist es auch gar nicht so, dass wir uns schlecht erinnern, sondern dass wir mehr oder minder bewusst entscheiden, eher eine kritische Perspektive einzunehmen? Small Talk ist schließlich auch eine Situation, in der gewisse Erwartungen erfüllt werden wollen und man vom Gegenüber beurteilt wird. Und in Deutschland hat 'ernst und kritisch' durchaus Statuswert versus 'fröhlich und naiv'. 

Vielleicht ist es aber auch der Weg des geringsten Widerstandes? Gerade in unsicheren Situationen, in denen wir den anderen nicht gut kennen, dient Small Talk ja der gegenseitigen Annäherung. Vielleicht erwarten wir unbewusst, dass es in Deutschland leichter ist, über das gemeinsame Leid (Schlechtes-Wetter-Schicksal) zueinander zu finden, weil das quasi die Default-Haltung in unserer Kultur zu sein scheint? 

 

Ganz egal woran es liegt - Ich finde, es ist auf jeden Fall ein guter Grund, um gerade die schönen Seiten dieser Jahreszeit in Erinnerung zu rufen. Die wohlig-warmen Farben, das Rascheln, den Wind - die wundersame Art und Weise, wie der Herbst die Stadt in ein neues Licht taucht und die Blätter 'blühen'. 

 

"Der Herbst ist ein zweiter Frühling,

wo jedes Blatt zur Blüte wird."

Albert Camus

 

Bei all den Farben zu meinen Füßen, ist #fromwhereistand ein Muss... :D - Hört ihr es rascheln?:

In diesen Herbst-Moment habe ich mich sofort verliebt: Blauer Himmel an einem frühen Morgen im November, die Sonne kommt gerade hinter dem Haus hervor und taucht die Baumspitze in warmes Licht. Ich bin so froh über diesen Schnappschuss - Man kann fast riechen, wie klar die Morgenluft ist. 

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Die Stadt bietet einfach tolle Kontraste - Streetart im Herbstkleid, dieses Jahr eines meiner Lieblingsmotive: 

Und gut, zugegeben, "kalt, grau und windig" gibt es im Herbst natürlich auch...aber hat das nicht seine eigene Schönheit, so wie dieses wogende Schilf auf der Elbinsel Kaltehofe?:

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Wie seht ihr das mit dem "Wetter-Talk" in Deutschland? Und was wird wohl erst im Winter? :)

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